StB F.Baust: Kindergeldanspruch nicht durch einen Job in den Semesterferien gefährden

Viele Studenten jobben in den Semesterferien. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Job den Anspruch auf Kindergeld gefährden kann.

Der Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums führt dazu, dass ein volljähriges Kind nur berücksichtigt wird, wenn es keiner schädlichen Erwerbstätigkeit i.S.d. § 32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG nachgeht. Dies gilt auch dann, wenn die erstmalige Berufsausbildung vor der Vollendung des 18. Lebensjahres abgeschlossen worden ist.

Eine Erwerbstätigkeit ist dann unschädlich, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit insgesamt nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Hierbei ist von der individuell vertraglich vereinbarten Arbeitszeit auszugehen. Eine vorübergehende Ausweitung der Beschäftigung auf mehr als 20 Stunden wird von der Verwaltung nicht beanstandet (vgl. BMF-Schreiben v. 07.12.2011 - IV C 4 - S 2282/07/001-01, BStBl I 2011, 1243), wenn innerhalb eines Kalenderjahres, in dem sich das Kind in Berufsausbildung befindet, die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Dabei darf die wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden höchstens zwei Monate lang überschritten werden.

Beispiel: Wird das Kind während der Semesterferien z.B. vom 01.07. bis 30.09.2012 (= mehr als zwei Monate) vollzeiterwerbstätig sein, wäre die Ausweitung der Erwerbstätigkeit nicht nur vorübergehend. Die Erwerbstätigkeit ist damit als schädlich einzustufen. Sie ist selbst dann schädlich, wenn die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht übersteigt. Das Kind könnte demnach für die Monate Juli, August und September 2012 beim Kindergeld nicht berücksichtigt werden.

Eine geringfügige Beschäftigung i.S.d. §§ 8 und 8a SGB IV ist generell unschädlich. Eine solche Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung regelmäßig 400 € im Monat nicht überschreitet (geringfügig entlohnte Beschäftigung). Es dürfen jedoch nicht gleichzeitig mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse bestehen und das Entgelt hieraus insgesamt nicht mehr als 400 € betragen. Die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze sind dabei unerheblich.

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Eingestellt am 20.07.2012 von B.Birr
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